Anhang zu den Zuchtrichtlinien

Anhang zu den Zuchtrichtlinien
(fester Bestandteil der Zuchtrichtlinien und für alle Züchter bindend)

 

1. Polycystic Kidney Disease (PKD) – polyzystisches Nierensyndrom

Vor Zuchteinsatz ist bei allen Tieren der Rassen

- Perser
- Exotic Shorthair
- Britisch Kurzhaar
- Britisch Langhaar
- Selkirk Rex
- Deutsch Langhaar ab F0-Generation

durch einen DNA-Test sicher zu stellen, daß keine PKD vorliegt.

Zusätzlich empfiehlt der FES Ultraschalluntersuchungen nach folgenden Kriterien:

- Die zu untersuchende Katze muß mindestens 10 Monate alt sein.
- Es werden beide Nieren und die Leber sonographisch untersucht.
- Die Untersuchung erfolgt mit einem linearen Schallkopf von 7,5 MHz durch einen autorisierten
Untersucher.

Ein Formblatt für die Ultraschall-Untersuchung und die Liste der autorisierten Tierärzte kann über die Geschäftsstelle des FES angefordert werden.
Kopien aller Untersuchungsberichte und Testergebnisse gehen an die Geschäftsstelle.

Hinweis: Der FES empfiehlt PKD-Untersuchungen bei allen Rassen, in die nachweislich Perser oder Britisch Kurzhaarkatzen eingekreuzt wurden.

Es darf nur mit Tieren gezüchtet werden, die frei vom Defektgen sind und keine Zysten aufweisen!

 

2. Progressive Retina-Atrophie (PRA)

Vor Zuchteinsatz sind alle Tiere der Rassen

- Abessinier
- Somali
- Siam, OKH, Balinesen, Mandarin, Tonkanesen

auf PRA zu überprüfen mittels eines DNA-Tests.

Eine Augenuntersuchung durch einen autorisierten Tierarzt vor Zuchteinsatz wird empfohlen, ist aber nicht verpflichtend.

Eine Liste der autorisierten Tierärzte ist bei der Geschäftsstelle des FES anzufordern.

Bei allen Verpaarungen ist zu gewährleisten, daß beide Elterntiere auf PRA getestet sind. Trägertiere und homozygot betroffene Tiere dürfen nur mit PRA-freien Tieren verpaart werden!

 

3. Zucht mit weißen Katzen aller Rassen

Es gelten folgende Bestimmungen:

- Eine Verpaarung Weiß x Weiß sowie Weiß x Bicolour ist nicht erlaubt.
- Vor Zuchteinsatz müssen weiße Katzen audiometrisch mit BAER Test auf ihre Hörfähigkeit untersucht werden.
- Die weißen Nachkommen müssen vor Ausdruck der Stammbäume audiometrisch mit BAER Test auf ihre Hörfähigkeit untersucht werden. Sind die Stammbäume bei der Unterschungung bereits beantragt, können die Untersuchungsergebnisse nachgereicht werden. Für nicht hörende Jungtiere wird ein Zuchtsperrvermerk in den Stammbaum eingetragen.

Eine Liste der autorisierten Untersucher kann bei der Geschäftsstelle des FES angefordert werden.
Eine Kopie des audiometrischen Untersuchungsberichtes und des Hörtests sind an den Verein zu leiten.

Mit nicht hörenden Katzen (einseitig oder beidseitig) darf nicht gezüchtet werden!

Hinweis: Der FES e.V. weist alle Mitglieder darauf hin, daß die rechtliche Situation hinsichtlich der Haltung, Ausstellung und Zucht von weißen Katzen nicht eindeutig ist. Der FES sieht in der Einhaltung der oben festgehaltenen Bestimmungen eine geeignete Maßnahme, die Weiß-Zucht vorerst zu erhalten und gleichzeitig das Taubheits-Risiko so weit als möglich zu minimieren.
Der FES stellt sich eindeutig an die Seite seiner Züchter und wird sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für deren Belange einsetzen.
Jeder Züchter und Aussteller von weißen Katzen sollte aber wissen, daß zur Zeit die Zucht, der Verkauf und das Ausstellen weißer Katzen auf eigenes Risiko geschehen.

 

4. Pyruvatkinasemangel (PK-Mangel/PKM)

Vor Zuchteinsatz ist für alle Tiere der Rassen

- Abessinier
- Somali
- Norwegische Waldkatze
- Maine Coon
- Europäisch Kurzhaar
- Ocicat
- F0-Generation der Deutsch Langhaar

sicherzustellen, daß ihr Status hinsichtlich der Vererbung des PK-Mangels bekannt ist und dem Verein gegenüber nachgewiesen werden kann.

Bei Tieren der Rasse Deutsch Langhaar ab F1-Genearion wird die Untersuchung empfohlen.

Dies kann durch einen DNA-Test erfolgen oder durch bereits vorliegende Befunde der Eltertiere.

Mit homozygot von PKM betroffenen Katzen darf nicht gezüchtet werden!
Trägertiere dürfen nicht miteinander verpaart werden!

 

5. Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)

Alle Katzen der Rasse

- Maine Coon
- Britisch KurzHaar
- Britisch Langhaar
- Selkirk Rex
- Bengal
- Sibirische Waldkatze/Neva Masquerade
- Ragdoll
- Deutsch Langhaar der F0-Generation

sind auf das Vorliegen einer HCM zu untersuchen nach folgenden Kriterien:

- Die Erstuntersuchung, einschließlich einer Ultraschalluntersuchung, sollte ab einem Alter von 12 Monaten erfolgen bzw. vor Zuchteinsatz,
- bei Katern danach jährlich bis mindestens zum 6. Lebensjahr.
- bei Kätzinnen vor jedem Zuchteinsatz, längstens nach 2 Jahren.
- Die Untersuchung erfolgt durch einen Tierarzt, der auf Herzerkrankungen der Katze spezialisiert ist.
- Die Untersuchungsergebnisse sind auf einem einheitlichen Befundbogen festzuhalten.

Der Nachweis der Untersuchungsergebnisse ist dem FES vor Zuchteinsatz einer Katze vorzulegen.
Ein entsprechendes Formular kann bei der Geschäftsstelle angefordert werden.

Hinweise: Der FES empfiehlt HCM-Untersuchungen für alle Rassen, insbesondere für:
Perser/Exotic, Norwegische Waldkatze, Deutsch Langhaar ab F1-Generation.

Von einer HCM betroffene Tiere dürfen nicht zur Zucht eingesetzt werden!

 

Allgemeine Bestimmungen zu Punkten 1 bis 5 des Anhangs zu den Zuchtrichtlinien:

- Alle zu untersuchenden Katzen sind zuvor zu kennzeichnen, vorzugsweise per Chip (ISO-Norm).

- Eine Kopie der Untersuchungsberichte ist umgehend an die Geschäftsstelle des FES zu leiten.

- Aus dem Untersuchungsbericht müssen die Daten der Katze (einschließlich Chip-Nr.) und des Besitzers/Halters eindeutig hervorgehen.

- Alle Untersuchungen müssen vor Zuchteinsatz erfolgen.

- Alle Ergebnisse werden in der Züchterakte abgeheftet und können bei Bedarf von behördlicher Seite eingesehen werden.

 

6. Blutgruppenbestimmung

Um Probleme in der Frühphase der Kittenaufzucht durch Blutgruppenunverträglichkeit zu vermeiden, ist vor Zuchteinsatz die Blutgruppe bei Tieren folgender Rassen zu bestimmen:

- Abessinier
- Somali
- Ragdoll
- Britisch Kurzhaar
- Britisch Langhaar
- Selkirk Rex

Für alle anderen Rassen wird die Blutgruppenbestimmung von Zuchttieren empfohlen. Die Kopie des Laborberichts geht ebenfalls an die Geschäftsstelle des FES.

 

7. Sonstige Empfehlungen:

Es stehen für einige rassespezifische Erbkrankheiten mit rezessivem Erbgang weitere DNA-Tests zur Verfügung:

- Spinale Muskelatrophie (SMA) bei der Maine Coon und der Deutsch Langhaar

- Glykogenspeichererkrankung vom Typ IV (GSD-IV) bei der Norwegischen Waldkatze

- Gangliosidose bei Korat, Siam und Tonkanesen

Weitere empfohlene Untersuchungen:

- HD bei der Maine Coon

- PL bei Somali, Abessinier und Bengal

Allen Züchtern dieser Rassen empfiehlt der FES, die verfügbaren Abklärungsmöglichkeit zu nutzen, um den Gesundheitsstatus ihrer Zuchttiere zu kennen und mit Risiken behaftete Verpaarungen zu vermeiden.

Dem aktuellen wissenschaftlichen Stand sollte Rechnung getragen werden.

Allgemeiner Hinweis:
Zu allen oben genannten Themen gibt es die Möglichkeit, sich bei der Geschäftsstelle des Vereins grundlegend zu informieren.